„Mutter Krausens Fahrt ins Glück“ im Filmmuseum

Das Filmmuseum zeigt in der nächsten „Open Scene“, am Donnerstag, dem 27.9.2012 um 19.00 Uhr, eine neue Restaurierung des Filmmuseums München, den deutschen Stummfilm MUTTER KRAUSENS FAHRT INS GLÜCK (1929) von Piel Jutzi. Die Musik wurde von Joachim Bärenz eingespielt.
MUTTER KRAUSENS FAHRT INS GLÜCK – Deutschland 1929 – R+K: Piel Jutzi – B: Willy Döll, Johannes Fethke – D: Alexandra Schmitt, Holmes Zimmermann, Ilse Trautschold, Gerhard Bienert, Friedrich Gnaß – 133 min
Das klassische Meisterwerk des realistischen Films der Weimarer Republik beschreibt das alltägliche Leben in einem Berliner Arbeiterviertel. In der engen Wohnung von Mutter Krausen leben sechs Personen, die sich mit Gelegenheitsjobs, Prostitution und Kleinkriminalität über Wasser halten. Piel Jutzis bewegliche Kamera fängt eindringliche Bilder und Situationen ein. Das Projekt entstand zu Ehren des kurz zuvor verstorbenen Heinrich Zille, der sein „Milljöh“ genau beschrieben hatte.
Piel Jutzi drehte, beraten von Käthe Kollwitz, den passenden Film dazu, überwiegend mit Laiendarstellern und mit im Berliner Dialekt abgefassten Zwischentiteln. Im Stil und in der Gesinnung folgte er den Vorbildern der sowjetrussischen Filme und setzte statt auf platte Unterhaltung oder kommerziellen Erfolg auf die Kraft der Erkenntnis. Schauplatz und Drehort ist das Berliner Arbeiterviertel Wedding.
MUTTER KRAUSENS FAHRT INS GLÜCK gehörte zu den ersten Filmen, den die Nationalsozialisten nach ihrer Machtübertragung verboten hatten. Die digitale Restaurierung des Filmmuseums dokumentiert erstmals auch die nachträglich zugefügten Schnitte.
„Dieser Spielfilm ist am wirkungsvollsten in den Szenen, in denen er den Charakter eines reinen Reportagefilms annimmt. Hier sind Bilder, die uns die ganze weltstädtische Phantastik des Berliner Lebens zeigen: Ansichten vom Rummelplatz, vom Freibad, aus Arbeiterkneipen, von einem Sommerfest, aus einem Leihhaus, aus jener ganzen Tragödie, von der Zille gesagt hat: ,Mit einer Wohnung kann man einen Menschen töten wie mit einer Axt.‘“ (Die Welt am Abend, 31.12.1929)
Eine Kartenreservierung ist möglich unter Tel. 089/ 233 96450.
Filmmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
www.stadtmuseum-online.de

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